Das OK bemalte Begrenzungspfosten und beschriftete Schilder.

Das OK bemalte Begrenzungspfosten und beschriftete Schilder. (Maya Seiler)

Marktrecht bedeutet Stadtrecht

Maya Seiler  
Bereits seit der Verleihung des Marktrechtes um 1340 herrscht in Rheineck Stadtrecht. Am Wochenende vom 30. April und 1. Mai kehrt das Städtli zu seinen mittelalterlichen Wurzeln zurück.
RHEINECK. Zum dritten Mal wird am ersten Maiwochenende das Rad der Geschichte ins 14. Jahrhundert zurückgedreht, in die Zeit, als mit der Verleihung des Marktrechtes aus dem Örtchen Rheineck eine Stadt wurde. Seit gut anderthalb Jahren sind zahlreiche OK-Mitglieder unter Katharina Linsi, Gerda Huber und Christian Borer an der Arbeit.

Vielfältiges Markttreiben

Mit Handwerkern, Marktständen, Gauklern, Spielleuten und einem Heerlager wird der Ort unter der Rhynegge in vergangene Zeiten zurückverwandelt. Das mittelalterliche Rheineck hatte als Umschlagsplatz an der Handelsroute von Italien grosse Bedeutung. In der Sust, dem heutigen Rathaus, wurden die Waren gelagert. Kaufleute und Geldwechsler machten im Städtchen gute Umsätze. Wenn Markttag war, strömten die Leute aus der weiteren Umgebung herbei: Bauern und Ritter, Edle und Bettler, Händler und Spielleute, Gaukler und Marketenderinnen. Auch am Mittelaltermarkt vom 30. April und 1. Mai werden alle wieder dabei sein. Die Herbergen werden den hungrigen Gästen mittelalterliche Speisen anbieten und Met und Bier ausschenken.

Eine Ahnung vom Ritterleben gibt es auf der Burg, zu erreichen über den vorderen Burgweg. Im Stadtkern werden Händler und Kaufleute ihre Waren feilhalten. Man kann mittelalterlichen Handwerkern bei der Arbeit zusehen: Gewerbe, die in dieser Form nicht mehr existieren, sollen lebendig werden. Zauberer, Geschichtenerzählerinnen und Spielleute werden die Marktbesucher unterhalten. Das kleinste Riesenrad der Welt, aus Holz gezimmert und mit Muskelkraft betrieben, lockt zur waghalsigen Fahrt. Beim Mäuseroulette kann man sein Glück versuchen; am Met sich berauschen, sich von Mika verzaubern und von Dr. Bombastus an der Nase herumführen lassen. Hoher Rat und Geistlichkeit zu Rheineck haben die Erlaubnis erteilt, dass zu den Klängen von Koenix und Mirabilis getanzt werden darf.

Mittelalter-Gottesdienst

Der Markt umfasst den alten Kern des Städtchens vom Beginn der Hauptstrasse im Norden bis zum Hotel Hecht am Südende. Dieser Bereich ist verkehrsfrei; Parkplätze ausserhalb sind signalisiert. Der Eintritt zum Markt ist frei; er dauert am Samstag von 10 bis 20 Uhr. Nach Marktende, wenn es dunkel wird, überraschen die Spielleute von Koenix mit einem Feuerspektakel. Am Sonntag um Neune besuchen fromme Bürger den ökumenischen Mittelalter-Gottesdienst mit Madrigal-Musik; anschliessend herrscht Markttreiben von 10 bis 16.30 Uhr.

www.mittelaltermarkt-rheineck.ch