Frommes Mittelalter

25. August 2015

Der von Patricia Baldegger (stehend, Zweite von rechts) gegründete Madrigalchor wird am 1. Mai den ökumenischen Gottesdienst mit mittelalterlichen Gesängen bereichern.
Der von Patricia Baldegger (stehend, Zweite von rechts) gegründete Madrigalchor wird am 1. Mai den ökumenischen Gottesdienst mit mittelalterlichen Gesängen bereichern. (pd)

Frommes Mittelalter

Maya Seiler
Der mittelalterliche Mensch sah im Glauben die einzige Hilfe gegen die Gefahren des Lebens. Ein Gottesdienst am Mittelaltermarkt trägt dem Rechnung.

RHEINECK. Der Begriff «Stadt» hatte im Mittelalter nichts mit der Grösse einer Siedlung zu tun, sondern mit ihrer rechtlichen Stellung. Erst wenn der Landesherr einer Siedlung offiziell das Marktrecht verliehen hatte, durfte sich der Ort als Stadt bezeichnen. In den mittelalterlichen Siedlungen gab es zwei Zentren: die Kirche und der Marktplatz. Am Marktplatz lag auch das Rathaus. Eine Fahne am Rathaus verkündete, wenn Markttag war. An diesem Tag kamen nicht nur die Bewohner aus dem Ort, sondern auch Bauern, Handwerker, Händler und Käufer aus nah und fern in die Stadt.

Alles zum Leben Nötige wurde gehandelt. Dieses geschäftige Treiben wurde durch eine Marktordnung geregelt.

Gottesdienst war obligatorisch

Ein wichtiger Punkt war, dass das Markttreiben erst nach dem sonntäglichen Gottesdienst anfangen durfte. Darum beginnt der Mittelaltermarkt vom Wochenende des 1. Mai am Sonntag um 9 Uhr auch mit einem Gottesdienst. Im Unterschied zum Mittelalter ist er ökumenisch und auch nicht obligatorisch. Auch auf die damals übliche, mehrere Stunden dauernde Predigt müssen sich die Besucher nicht einstellen. Die musikalische Umrahmung ist dagegen ganz mittelalterlich: Ein neunstimmiges Madrigal-Ensemble, vor fünf Jahren von Patricia Baldegger gegründet, singt gregorianische Choräle. Der einstimmige, unbegleitete liturgische Gesang aus dem frühen Mittelalter ist eine besondere Herausforderung.

Das Gesungene fühlen

Die Stimmen der Sängerinnen und Sänger müssen zu einer Klang-Sprache verschmelzen, «zu einem einzigen Klangkörper werden». Die Singenden müssen fühlen, was sie singen, um die Zuhörer durch die verschiedenen Stimmungen zu berühren. Madrigale zählen zur A-cappella-Kunst und wurden im 14. Jahrhundert auch als weltliche Musik, besonders auf Festen, gepflegt.

Naturkatastrophen, schlechte hygienische Zustände, Hunger und Krankheiten wie zum Beispiel Lepra und Pest waren im Mittelalter allgegenwärtig. Der Alltag der Menschen war hart: Katastrophale hygienische Zustände, schlechte Ernten und Überschwemmungen bedrohten das Leben. Krankheiten liessen sich nur schwer heilen, viele starben jung. Hilfe sei nur bei Gott zu finden, glaubten die Menschen des Mittelalters. Darum war der sonntägliche Kirchenbesuch eine unabdingbare Pflicht.

Auch vor dem ausgelassenen Marktbesuch der Gegenwart kann es nur gut tun, sich im Gottesdienst auf spirituelle Werte zu besinnen.

Aktuelles im Vorfeld des 3. Mittelaltermarktes Rheineck

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